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Rotlichttherapie zur Reduzierung von Entzündungen: Was die Forschung tatsächlich zeigt

Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2026 | Lesezeit: 8 Minuten

Die Rotlichttherapie zur Entzündungshemmung ist in aller Munde, doch viele der Veröffentlichungen vermischen Wellenlängen, übertreiben die Ergebnisse oder lassen die biologischen Zusammenhänge völlig außer Acht. Der tatsächliche Wirkmechanismus ist spezifisch, und die Forschung hinter der Photobiomodulation ist fundierter, als viele Marketingversprechen vermuten lassen.

Die Rotlicht- und Nahinfrarotlichttherapie, auch Photobiomodulation genannt, nutzt ausgewählte Wellenlängen des sichtbaren roten und nahinfraroten Lichts, um mit zellulären Photoakzeptoren, insbesondere in den Mitochondrien, zu interagieren. Studien deuten darauf hin, dass geeignete Dosen die ATP-Produktion, die Signalwege des oxidativen Stresses und Entzündungsmediatoren wie TNF-α, IL-1β, IL-6 und COX-2 beeinflussen können. Die Ergebnisse hängen jedoch stark von der Wellenlänge, der Bestrahlungsstärke, dem Behandlungsabstand, der Expositionszeit, der Gewebetiefe und der jeweiligen Erkrankung ab.

Dieser Leitfaden erklärt, wie rotes und nahinfrarotes Licht mit lebendem Gewebe interagiert, was die klinischen Studien gezeigt haben, welche Wellenlängen und Leistungsdichtevariablen relevant sind und wie man ein Gerät bewertet, ohne sich auf Werbeaussagen zu verlassen.

Was ist Rotlichttherapie und wie interagiert sie mit lebendem Gewebe?

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Diagramm zur Darstellung des Eindringens von rotem und nahinfrarotem Licht in die Hautschichten bis hin zu Muskel- und Gelenkgewebe.

Die Rotlichttherapie, auch Photobiomodulation (PBM) genannt, ist die Anwendung spezifischer Wellenlängen des sichtbaren roten Lichts und des nahinfraroten Lichts auf biologisches Gewebe, um zelluläre Reaktionen auszulösen. Sie ist nicht mit UV-Therapie zu verwechseln, die die DNA schädigen kann. Auch ist sie keine Laserablation, bei der Gewebe geschnitten oder verdampft wird. Ebenso wenig ist sie mit einer Infrarot-Wärmelampe zu verwechseln, die primär durch thermische Effekte wirkt.

Der grundlegende Mechanismus der Photobiomodulation (PBM) wird allgemein als nicht-thermisch beschrieben. Photonen in ausgewählten Wellenlängenbereichen werden von lichtempfindlichen Molekülen, sogenannten Chromophoren, in den Zellen absorbiert. Das bekannteste Zielmolekül ist die Cytochrom-c-Oxidase, ein Enzym der mitochondrialen Atmungskette. Diese Wechselwirkung kann die mitochondriale Atmung, die Stickoxid-Signalübertragung, reaktive Sauerstoffspezies und nachgeschaltete Entzündungsprozesse beeinflussen.

Laut dem Entwurf der Leitlinien der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zu Photobiomodulationsgeräten und 510(k)-Zulassungsanträgen können PBM-Geräte je nach Verwendungszweck und Produkttyp in die Kategorie der Medizinprodukte der Klasse II fallen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jedes Rotlichtgerät automatisch zur Behandlung von Entzündungen zugelassen ist. Vielmehr erfordert die Zulassung von Medizinprodukten entsprechende regulatorische Verfahren, Nachweise, Tests und Kennzeichnungsvorschriften.

Zwei Wellenlängenbereiche dominieren einen Großteil der veröffentlichten Literatur zur Photobiomodulation (PBM): sichtbares rotes Licht um 630–660 nm und nahinfrarotes Licht um 800–850 nm. Rotes Licht eignet sich besser für oberflächliche Gewebe wie Haut und Faszien. Nahinfrarotes Licht dringt in der Regel tiefer ein und wird häufiger im Zusammenhang mit Anwendungen an Muskeln, Sehnen und Gelenken diskutiert.

Vereinfacht ausgedrückt nutzt die Rotlichttherapie ausgewählte rote und nahinfrarote Wellenlängen, um zelluläre Prozesse zu beeinflussen. Ihre Bewertung sollte anhand von Wellenlänge, Dosis, Behandlungsabstand, Expositionszeit und Sicherheitsdokumentation erfolgen und nicht anhand einfacher Aussagen wie „stärker ist besser“.

Der biologische Mechanismus: Wie Rotlichttherapie Entzündungen auf zellulärer Ebene reduzieren kann

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Vereinfachtes Zelldiagramm, das die Aktivierung der mitochondrialen Cytochrom-c-Oxidase und den ATP-Produktionsweg hervorhebt

Das primäre zelluläre Zielmolekül in der PBM-Forschung ist die Cytochrom-c-Oxidase, ein Enzym der mitochondrialen Elektronentransportkette. Unter zellulärem Stress kann Stickstoffmonoxid an die Cytochrom-c-Oxidase binden und die mitochondriale Atmung teilweise hemmen. Rote und nahinfrarote Photonen können diese Wechselwirkung möglicherweise verändern und so den Elektronentransport und die ATP-Produktion fördern.

Chung et al. beschreiben die Mechanismen und Dosisüberlegungen der Low-Level-Laser- und Lichttherapie in „The Nuts and Bolts of Low-Level Laser (Light) Therapy“. De Freitas und Hamblin geben darüber hinaus einen Überblick über vorgeschlagene PBM-Mechanismen in „Proposed Mechanisms of Photobiomodulation or Low-Level Light Therapy“.

Modulation reaktiver Sauerstoffspezies und oxidativer Stress

Nach Lichteinwirkung kann die Photobiomodulation (PBM) eine kurzzeitige, geringfügige Veränderung der Konzentration reaktiver Sauerstoffspezies hervorrufen. In angemessenen Dosen ist dies nicht zwangsläufig schädlich. Vielmehr kann es als Signal wirken, das adaptive antioxidative und Reparaturmechanismen aktiviert.

Diese Reaktion wird oft als hormetisch beschrieben: Ein kleiner, kontrollierter Stressor bewirkt eine vorteilhafte Anpassung. Hamblin erörtert dieses Konzept in „Mechanismen und Anwendungen der entzündungshemmenden Wirkung der Photobiomodulation“.

Die Dosis ist entscheidend, da die Photobiomodulation (PBM) einem zweiphasigen Dosis-Wirkungs-Verlauf folgt. Zu wenig Licht kann keine messbare Wirkung hervorrufen, während zu viel Licht die gewünschte Reaktion verringern oder sogar umkehren kann. Daher sind Bestrahlungsstärke, Abstand und Belichtungszeit keine unwichtigen Details.

Regulation proinflammatorischer Zytokine

Die PBM-Forschung berichtet über Veränderungen von Entzündungsmediatoren wie TNF-α, IL-1β, IL-6, Prostaglandinen und COX-2 in verschiedenen experimentellen und klinischen Kontexten. Einige Studien beschreiben auch einen Anstieg von entzündungshemmenden oder entzündungshemmenden Mediatoren.

Das bedeutet nicht, dass PBM wie ein Medikament wirkt oder bei jeder Erkrankung die gleichen Ergebnisse garantiert. Vielmehr deutet es darauf hin, dass Lichtexposition bei geeigneten Parametern biologische Prozesse beeinflussen kann, die an Entzündungen, Gewebereparatur und Schmerzmodulation beteiligt sind.

Was die klinischen Ergebnisse zeigen

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Klinische Forschung zur Behandlung von Entzündungen mit Rotlichttherapie

Die Photobiomodulation (PBM) wurde bei verschiedenen entzündungsbedingten Erkrankungen untersucht, darunter Arthrose, rheumatoide Arthritis (Modelle), Tendinopathie, postoperative Schwellungen, Muskelkater mit verzögertem Beginn, Wundheilung und entzündliche Hauterkrankungen. Die Qualität der Evidenz variiert je nach Erkrankung, Protokoll und Studiendesign.

Eine grundlegende Übersichtsarbeit von Bjordal et al. mit dem Titel „Systematische Übersichtsarbeit zur Low-Level-Lasertherapie mit ortsspezifischen Dosen bei Schmerzen chronischer Gelenkerkrankungen“ zeigte, dass die Low-Level-Lasertherapie in den empfohlenen Dosisbereichen Schmerzen signifikant reduzierte und den Gesundheitszustand bei chronischen Gelenkerkrankungen verbesserte. Dieser Befund ist wichtig, da er die Dosisabhängigkeit und nicht nur einen einfachen Ja/Nein-Effekt verdeutlicht.

Eine spätere systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von Stausholm et al. („Wirksamkeit der Low-Level-Lasertherapie bei Kniearthrose“) zeigte, dass die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) Schmerzen und Funktionseinschränkungen in bestimmten Dosis- und Wellenlängenbereichen reduzierte. Allerdings kamen verschiedene Studien nicht immer zu übereinstimmenden Ergebnissen, was unter anderem auf die große Variabilität der Protokolle, Wellenlängen, Behandlungspunkte und Dosierungen zurückzuführen ist.

Die Ergebnisse von Studien zur Photobiomodulation (PBM) hinsichtlich Muskelregeneration und trainingsbedingter Entzündungen sind uneinheitlich. Einige Untersuchungen deuten auf Verbesserungen bei Regenerationsmarkern, Muskelkater oder oxidativem Stress hin, während andere Studien unter bestimmten Protokollen nur geringe oder gar keine Vorteile zeigen. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, PBM nicht als universelle Abkürzung zur Regeneration zu betrachten.

In der Praxis ist die Evidenz am stärksten, wenn die Photobiomodulation (PBM) mit klar definierten Wellenlängen, gemessener Bestrahlungsstärke, angemessener Dosis und konsistenten Behandlungsplänen angewendet wird. Sie ist schwächer, wenn Produkte oder Artikel allgemeine Aussagen treffen, ohne zu erklären, wie das Licht zum Zielgewebe gelangt.

Welche Wellenlängen und Bestrahlungsstärken sind für Entzündungen relevant?

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Vergleich der Gewebepenetrationstiefe bei 660 nm, 850 nm und 1060 nm für die Rotlichttherapie zur Reduzierung von Entzündungen

Rotes und nahinfrarotes Licht werden häufig verwendet, da sie in einem Wellenlängenbereich liegen, in dem Gewebeabsorption und -streuung nützliche biologische Wechselwirkungen ermöglichen. Unterhalb dieses Bereichs absorbieren Melanin und Hämoglobin in Oberflächennähe mehr Licht. Oberhalb des Nahinfrarotbereichs gewinnt die Wasserabsorption zunehmend an Bedeutung.

Gängige PBM-Wellenlängen sind:

  • Rotes Licht im Bereich von 630–660 nm: wird häufig für Hautuntersuchungen, bei oberflächlichen Entzündungen, in der Wundheilungsforschung und in der kosmetischen Dermatologie eingesetzt.
  • Nahinfrarotlicht im Bereich von 800–850 nm: wird häufig für tiefer liegende Gewebeziele wie Muskeln, Sehnen und Gelenke verwendet.
  • 904 nm und verwandte Nahinfrarot-Wellenlängen: werden in einigen Lasertherapiestudien, insbesondere in der muskuloskelettalen Forschung, verwendet.
  • Wellenlängen von 1060 nm und länger: werden gelegentlich in neueren Geräten verwendet, obwohl die klinische Evidenzbasis für viele entzündungsspezifische Behauptungen weniger gut belegt ist.

Die Bestrahlungsstärke, gemessen in mW/cm², ist die pro Flächeneinheit abgegebene Leistung. Die Dosis, gemessen in J/cm², hängt von der Bestrahlungsstärke und der Expositionszeit ab. Eine hohe Wattzahl auf einer Produktseite reicht nicht aus, um die Dosis zu berechnen. Entscheidend ist die Bestrahlungsstärke im tatsächlichen Behandlungsabstand.

Beispielsweise kann ein direkt an der LED-Oberfläche gemessenes Panel deutlich stärker erscheinen als in 15 cm oder 30 cm Entfernung. Da sich Licht mit der Entfernung ausbreitet, kann der Behandlungsabstand die Dosis, die das Gewebe erreicht, erheblich beeinflussen. Jedes für die Photobiomodulation (PBM) vorgesehene Gerät sollte daher Bestrahlungsdaten in einem definierten Abstand liefern und nicht nur die Gesamtleistung in Watt oder die Anzahl der LEDs.

Die am besten unterstützten PBM-Protokolle sind spezifisch. Sie definieren Wellenlänge, Ausgangsleistung, Spotgröße bzw. Abdeckungsbereich, Dosis pro Punkt bzw. Gewebebereich, Sitzungsdauer, Frequenz und Behandlungsplan.

Lokalisierte vs. systemische Entzündung: Auswahl des passenden Geräteformats für die jeweilige Situation

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Produkte für die Rotlichttherapie

Entzündungen sind nicht gleich Entzündungen, und nicht jedes Geräteformat eignet sich für jeden Anwendungsfall.

Lokalisierte Entzündungen, wie beispielsweise Beschwerden im Bereich einer Handgelenkssehne, des Knies oder kleiner Hautreizungen, erfordern in der Regel eine gezielte Bestrahlung. Ein kompaktes Gerät kann für kleine Behandlungsbereiche geeignet sein, sofern es ausreichende Informationen zu Wellenlänge und Dosis liefert.

Anwendungen für größere Bereiche, wie beispielsweise die allgemeine Muskelregeneration im Rücken- oder Beinbereich, erfordern eine breitere Abdeckung. Paneele, Matten oder Arrays können größere Flächen abdecken, müssen aber dennoch in der tatsächlichen Behandlungsentfernung eine ausreichende messbare Bestrahlungsstärke gewährleisten. Eine größere Abdeckung bedeutet nicht automatisch eine bessere Behandlung, wenn die abgegebene Dosis zu niedrig oder ungleichmäßig verteilt ist.

Die praktischen Variablen sind:

  • Zielgewebetiefe: Haut, Faszie, Muskel, Sehne, Gelenkkapsel oder knochennahes Gewebe.
  • Wellenlänge: Rot für oberflächlichere Ziele, Nahinfrarot für tiefer liegende Ziele.
  • Abstand: besonders wichtig für Paneele und Lampen.
  • Dosis: berechnet aus Bestrahlungsstärke und Zeit.
  • Häufigkeit: Regelmäßige Trainingseinheiten sind in der Regel wichtiger als gelegentliche intensive Belastung.
  • Sicherheit: Augenschutz, Wärmemanagement, Kontraindikationen und Gerätequalität.

Bei diagnostizierten entzündlichen Erkrankungen, der postoperativen Genesung, starken Schmerzen, Autoimmunerkrankungen oder anhaltenden Gelenkerkrankungen sollte PBM mit einem qualifizierten Arzt besprochen werden und nicht als eigenständiger Behandlungsplan eingesetzt werden.

Wie man ein Rotlichttherapiegerät zur entzündungshemmenden Anwendung auswählt

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Checkliste der Bewertungskriterien für Rotlichttherapiegeräte mit Angabe der Wellenlänge, Bestrahlungsstärke und Zertifizierungen

Bei der Auswahl eines PBM-Geräts geht es nicht um die höchste Wattzahl oder die meisten LEDs. Entscheidend ist, ob das Gerät die richtige Wellenlänge und Dosis sicher und gleichmäßig an das Zielgewebe abgeben kann.

1. Suchen Sie nach spezifischen Wellenlängen

Ein seriöses Gerät sollte die tatsächlichen Spitzenwellenlängen angeben, z. B. 630 nm, 660 nm, 810 nm, 830 nm oder 850 nm. Allgemeine Angaben wie „Therapielicht 600–900 nm“ sind weniger hilfreich, sofern der Hersteller nicht auch die spezifischen Spitzenleistungen der LEDs oder Laser angibt.

2. Überprüfen Sie die Bestrahlungsstärke im Behandlungsabstand

Das Gerät sollte die gemessene Bestrahlungsstärke in einem festgelegten Abstand, z. B. Hautkontakt, 5 cm, 15 cm oder 30 cm, liefern. Bei Panels reicht eine Messung an der LED-Oberfläche nicht aus, da die meisten Benutzer die Panels nicht direkt auf die Haut drücken.

3. Abdeckungsbereich an Ziel anpassen

Für Handgelenk, Knöchel oder kleinere Hautpartien eignet sich ein kleines Gerät. Eine größere Platte oder Matte ist praktischer für Rücken, Oberschenkel oder die Ganzkörperbestrahlung. Die Form des Geräts sollte der jeweiligen Körperregion angepasst sein und nicht nur optisch ansprechend wirken.

4. Dosiskontrolle berücksichtigen

Zu den nützlichen Bedienelementen gehören die einstellbare Sitzungsdauer, die Leistungsstufe und klare Anweisungen zu Abstand und Frequenz. Ohne diese Funktionen besteht die Gefahr einer Unter- oder Überdosierung, ohne dass es die Nutzer bemerken.

5. Sicherheits- und behördliche Dokumentation prüfen

Achten Sie auf relevante Prüfdokumente, z. B. zur elektrischen Sicherheit, elektromagnetischen Verträglichkeit, photobiologischen Sicherheit und zum entsprechenden Zulassungsstatus für den jeweiligen Markt. Die FDA-Registrierung, die CE-Kennzeichnung oder ähnliche Dokumente sind kein Nachweis dafür, dass ein Gerät eine Krankheit behandelt. Die Aussagen müssen mit den Nachweisen und der Zulassung bzw. dem Verwendungszweck des Geräts übereinstimmen.

Vermeiden Sie Geräte, die keine Wellenlängendaten, Bestrahlungsstärke in einer bestimmten Entfernung, grundlegende Sicherheitsdokumentation oder klare Gebrauchsanweisungen liefern können.

Kann Rotlichttherapie Entzündungen in Haut und Gesicht reduzieren?

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Rotlichttherapie zur Reduzierung von Entzündungen im Gesicht mithilfe einer LED-Maske mit sichtbarem rotem Licht

Anwendungen im Haut- und Gesichtsbereich zählen zu den sichtbarsten Einsatzgebieten von LED- und PBM-Geräten, da das Zielgewebe nahe an der Hautoberfläche liegt. Aknebedingte Rötungen, Entzündungen nach der Behandlung, Wundheilung und allgemeine Hautverjüngung wurden bereits in unterschiedlichem Umfang untersucht.

Bei Akne wird häufig blaues Licht um 415 nm diskutiert, da es mit Porphyrinen interagieren kann, die von Akne-assoziierten Bakterien produziert werden. Eine systematische Übersichtsarbeit zur Blaulichttherapie bei Akne vulgaris bewertete die Evidenz für diesen Ansatz. Frühere Studien untersuchten auch Kombinationen von blauem und rotem Licht, darunter eine Studie mit 415 nm blauem und 660 nm rotem Licht zur Aknebehandlung: „Phototherapie mit blauem (415 nm) und rotem (660 nm) Licht zur Behandlung von Akne vulgaris“.

Rotes Licht im Bereich von 630–660 nm wird häufig zur Behandlung von oberflächlichen Entzündungen, Rötungen und zur Gewebereparatur eingesetzt. Nahinfrarotes Licht kann tieferliegende Hautschichten erreichen, jedoch sollten Gesichtsgeräte sorgfältig auf Augensicherheit und angemessene Exposition geprüft werden.

Die Cleveland Clinic merkt an, dass Rotlichttherapie vielversprechend bei Falten, Rötungen, Akne, Narben und Alterserscheinungen ist, betont aber gleichzeitig, dass weitere klinische Studien zur Bestätigung der Wirksamkeit erforderlich sind: Rotlichttherapie: Nutzen, Nebenwirkungen & Anwendung. Healthline beschreibt die Rotlichttherapie ebenfalls als eine Form der Phototherapie mit potenziellen Anwendungsgebieten, weist aber darauf hin, dass weitere Forschung nötig ist: Rotlichttherapie: Ist sie sicher und wo kann man sie erhalten?

Bei der Anwendung im Gesicht sind Augenschutz und photobiologische Sicherheit besonders wichtig. Blaues Licht, intensives sichtbares rotes Licht und Nahinfrarotlicht können bei unsachgemäßer Anwendung oder ungeschützter Bestrahlung der Augen Risiken bergen.

Welche Lichtfarbe eignet sich am besten zur Reduzierung von Entzündungen?

Es gibt keine „beste“ Farbe für jede Art von Entzündung.

Rotes Licht im Bereich von 630–660 nm wird häufig zur Behandlung oberflächlicher Gewebe, der Haut und oberflächennaher Entzündungen eingesetzt. Nahinfrarotes Licht im Bereich von 800–850 nm findet Anwendung, wenn tiefer liegende Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Gelenke behandelt werden sollen. Blaues Licht um 415 nm ist eher für bakterielle Mechanismen im Zusammenhang mit Akne relevant als für tiefer liegende Entzündungen des Bewegungsapparates.

Die geeignete Wellenlänge hängt vom Zielgewebe, dem Behandlungsziel und den Geräteparametern ab. Bei vielen PBM-Anwendungen werden rote und nahinfrarote Wellenlängen kombiniert, da sie unterschiedliche Gewebetiefen erreichen.

Wichtigste Erkenntnisse

Die Rotlichttherapie kann Entzündungen durch Photobiomodulationsmechanismen modulieren, die Cytochrom-c-Oxidase, mitochondriale Signalwege, reaktive Sauerstoffspezies, Stickstoffmonoxid und Entzündungsmediatoren betreffen. Die Wirksamkeit hängt jedoch von Wellenlänge, Dosis, Bestrahlungsstärke, Behandlungsabstand, Expositionszeit und der zu behandelnden Erkrankung ab.

Die aussagekräftigsten Artikel und Studien behaupten nicht, dass Rotlichttherapie ein Allheilmittel ist. Sie zeigen vielmehr, dass PBM unter bestimmten Bedingungen messbare biologische Effekte erzielen kann. Für Verbraucher und Ärzte sind die wichtigsten Fragen nicht: „Wie leistungsstark ist das Gerät?“, sondern: „Welche Wellenlängen verwendet es, welche Dosis erreicht das Gewebe und ist das Protokoll wissenschaftlich belegt?“

Häufig gestellte Fragen

Welche Lichtfarbe eignet sich am besten zur Reduzierung von Entzündungen?

Rotes Licht im Bereich von 630–660 nm wird häufig bei oberflächlichen Entzündungen der Haut, der Faszien und bei oberflächlichen Wunden eingesetzt. Nahinfrarotes Licht im Bereich von 800–850 nm wird häufiger für tiefer liegendes Gewebe wie Muskeln und Gelenke verwendet. Die optimale Wahl hängt von der Gewebetiefe und der zu behandelnden Erkrankung ab.

Wirkt die Rotlichttherapie sofort?

Manche Anwender verspüren nach einer Behandlung vorübergehende Linderung, doch die in Studien festgestellten entzündungsbezogenen Ergebnisse hängen in der Regel von wiederholten Behandlungen über Tage oder Wochen ab. Von einer einzelnen Behandlung ist keine Heilung einer chronischen Entzündung zu erwarten.

Ist mehr Leistung immer besser?

Nein. Die Photobiomodulation (PBM) folgt einem zweiphasigen Dosis-Wirkungs-Muster. Das bedeutet, dass zu wenig Licht keine Wirkung zeigen kann und zu viel den beabsichtigten Nutzen verringern kann. Dosis, Abstand und Belichtungszeit müssen kontrolliert werden.

Ist Rotlichttherapie dasselbe wie Infrarot-Wärmetherapie?

Nein. Rotlicht- und Nahinfrarot-PBM werden üblicherweise als nicht-thermische oder minimal-thermische Mechanismen beschrieben. Ferninfrarot-Wärmetherapie wirkt hauptsächlich durch Wärmeübertragung und thermische Effekte.

Sollte die Rotlichttherapie die medizinische Behandlung ersetzen?

Nein. PBM kann zwar als unterstützendes Instrument dienen, sollte aber die medizinische Versorgung bei Arthritis, Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Verletzungen, postoperativen Schwellungen oder ungeklärten Schmerzen nicht ersetzen. Personen mit einer diagnostizierten Erkrankung sollten sich an einen Arzt wenden.

Referenzen & Quellen

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Infrarot vs. Nahinfrarot für die Haut: Was ist der wirkliche Unterschied?
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