Letzte Aktualisierung: 4. September 2026 | Lesezeit: 11 Minuten
Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Infrarot-Heimpanelen mit hoher Bestrahlungsstärke rückten die Nebenwirkungen der Infrarottherapie in den Fokus der Sicherheitsbedenken. Die Sicherheitshinweise sollten daher Bestrahlungsstärke, Expositionszeit, Abstand, Wellenlänge, Gerätetemperatur und die Herstellerangaben berücksichtigen – und nicht nur darauf hinweisen, nicht direkt in die Lampe zu schauen.
Nebenwirkungen der Infrarottherapie können vorübergehende Hautrötungen, Wärmegefühl, thermisches Unbehagen, Augenreizungen und bei manchen Anwendern Reizungen umfassen. Das Risiko hängt vom Gerät, der Bestrahlungsstärke, der Expositionsdauer, dem Abstand, der behandelten Fläche, der Wellenlänge sowie dem Gesundheitszustand und der Medikamenteneinnahme des Anwenders ab. Nahinfrarotlicht mit Wellenlängen um 850 nm dringt unter bestimmten Bedingungen tiefer in das Gewebe ein als rotes Licht mit 660 nm Wellenlänge. Die Eindringtiefe ist jedoch nicht festgelegt und bedeutet nicht automatisch eine tiefere Gewebeerwärmung.
Im Folgenden werden mögliche Nebenwirkungen und ihre vermuteten biologischen Ursachen dargestellt, erläutert, wie Geräteparameter – Bestrahlungsstärke, Wellenlängenverhältnis, Wärmemanagement – das Risiko beeinflussen können, und identifiziert Anwender und Körperbereiche, die besondere Vorsicht erfordern. Es handelt sich um ein Schulungsmodell zur Gerätebewertung, nicht um eine Behandlungsempfehlung oder einen Ersatz für ärztliche Beratung.
Was die dokumentierten Nebenwirkungen tatsächlich sind – und wodurch sie verursacht werden
Diagramm: Nebenwirkungen der Infrarottherapie und ihre biologischen Ursachen
Die verfügbare klinische Literatur beschreibt die Photobiomodulation mit rotem und nahinfrarotem Licht im Allgemeinen als gut verträglich, sofern die Geräteparameter korrekt eingestellt sind. Vorübergehende Rötungen, Wärmegefühl, Reizungen oder Unbehagen können auftreten, ihre Häufigkeit hängt jedoch vom Gerät, der Anwendung und der untersuchten Population ab. Es gibt keine einheitliche, etablierte klinische Rangfolge der Nebenwirkungen für alle Infrarottherapiegeräte.
Was verursacht diese Nebenwirkungen eigentlich – ist es die Therapie selbst oder etwas anderes?
Die Forschung zur Photobiomodulation beschreibt ein zweiphasiges Dosis-Wirkungs-Muster: Mehr Licht ist nicht immer besser, und die Reaktion kann je nach Bestrahlungsstärke, Fluenz, Belichtungszeit, Wellenlänge und Gewebe variieren. Dieses Konzept unterstützt eine sorgfältige Dosiskontrolle, beweist aber nicht, dass jedes Symptom nach einer Sitzung durch Überbelichtung verursacht wird. [1]
Mögliche Auswirkungen sind unter anderem:
- Vorübergehendes Erythem (Hautrötung): Es kann durch lokale Gefäßreaktionen, Wärme oder individuelle Hautempfindlichkeit bedingt sein. Es sollte nicht als häufigste Nebenwirkung dargestellt werden, sofern keine spezifische Studie Daten zur Häufigkeit liefert. Avci et al. (2013) untersuchten die Low-Level-Lichttherapie der Haut und berichteten über eine Reduktion von UVB-induziertem Erythem; diese Arbeit sollte jedoch nicht als Beweis dafür herangezogen werden, dass Erythem eine universelle Nebenwirkung ist oder dass es immer innerhalb von 30–60 Minuten abklingt. [2]
- Wärme und thermisches Unbehagen können auftreten, wenn die absorbierte optische Energie und die Wärmeentwicklung das Komfortniveau des Anwenders überschreiten. Das Ergebnis hängt von der Bestrahlungsstärke, der Dauer, dem Abstand, der behandelten Fläche, den Umgebungsbedingungen, dem Hautkontakt und der Gerätekühlung ab.
- Augenbeschwerden oder visuelle Empfindlichkeit : Helles sichtbares Licht kann unangenehm sein, während Nahinfrarotlicht unsichtbar sein und daher kaum visuelle Warnung bieten kann. Das Augenrisiko muss im vorgesehenen Abstand und unter den vorgesehenen Bedingungen beurteilt werden. IEC 62471 bietet Methoden zur Bewertung photobiologischer Gefahren durch Lampen und LED-Lichtquellen; sie schreibt nicht automatisch das Tragen einer Schutzbrille für jede Sitzung mit rotem oder infrarotem Licht vor. [3]
- Kopfschmerzen oder Übelkeit : Diese Symptome wurden bei einigen Formen der Lichttherapie beobachtet, jedoch ist die Evidenz speziell für Rotlicht- und Nahinfrarottherapie begrenzt. Sie sollten als mögliche Symptome und nicht als nachgewiesene Folgen von Dehydrierung, Überhitzung oder „Akklimatisierung“ beschrieben werden.
- Hauttrockenheit, -reizungen oder Spannungsgefühl können bei manchen Anwendern auftreten, insbesondere bei Hitze, längerer Einwirkung oder bestehenden Hauterkrankungen. Diese Effekte sind jedoch nicht allgemeingültig und keine vorhersehbare Folge der Photobiomodulation allein.
Ist bei einer Infrarottherapie das gleiche Risiko vorhanden wie bei einer UV-Bestrahlung?
Nein. Rote und nahinfrarote LED-Geräte nutzen nichtionisierende optische Strahlung und haben nicht denselben direkten DNA-schädigenden Mechanismus wie ultraviolette Strahlung. Nichtionisierend bedeutet jedoch nicht risikofrei. Übermäßige Lichtexposition kann zu Erwärmung oder photobiologischen Schäden führen, und manche Produkte oder Verfahren können photosensibilisierende Substanzen enthalten. Das Risiko muss daher anhand von Wellenlänge, Lichtleistung, Expositionsgeometrie, Kennzeichnung und dem Zustand des Anwenders bewertet werden – nicht allein anhand der Bezeichnung „Infrarot“.
Das Verständnis dieser Unterschiede ist der erste Schritt zur Reduzierung vermeidbarer Risiken.
Wie Geräteparameter das Nebenwirkungsrisiko bestimmen
Rotlichttherapie-Panel mit Beschriftungen zu Bestrahlungsstärke, Wellenlänge, Linsenwinkel und Abstand
Hat die Art des Geräts Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen?
Ja. Die Nebenwirkungen der Infrarottherapie können je nach Bestrahlungsstärke, Wellenlänge, Expositionsdauer, Abstand, Strahlgeometrie, Behandlungsbereich und Wärmemanagement variieren. Daher lässt sich die Frage „Ist Infrarottherapie sicher?“ nicht pauschal mit Ja oder Nein für jedes Gerät beantworten.
Beginnen Sie mit der Bestrahlungsstärke und dem Abstand. Die Bestrahlungsstärke wird üblicherweise in einer bestimmten Messebene und einem bestimmten Abstand angegeben. Bei einer idealen Punktquelle im Fernfeld kann die Bestrahlungsstärke annähernd proportional zum Quadrat des Abstands sein. Große LED-Panels, mehrere Emitter, Linsen, Reflexionen und Nahfeldmessungen können sich anders verhalten. Ein Panel, das in 15 cm Abstand eine Bestrahlungsstärke von über 200 mW/cm² aufweist, liefert nicht automatisch in 30 cm Abstand genau ein Viertel dieses Wertes. Verwenden Sie stattdessen die Messdaten und Anweisungen des Herstellers.
Die Wellenlänge beeinflusst die Gewebeabsorption und den optischen Transport. Rotes Licht mit einer Wellenlänge von 660 nm wird häufig für oberflächlichere Anwendungen eingesetzt, während nahinfrarotes Licht mit einer Wellenlänge von 850 nm in manchen Geweben tiefer eindringen kann. Für keine der beiden Wellenlängen gibt es eine allgemein gültige Eindringtiefe, und keine Wellenlänge allein bestimmt, ob eine Behandlung zu oberflächlicher oder tieferer Erwärmung führt. Gewebezusammensetzung, Bestrahlungsstärke, Belichtungszeit, Strahlgeometrie und Kühlung spielen ebenfalls eine Rolle.
Der Linsenwinkel beeinflusst die Strahlverteilung. Eine enge Linse kann das Licht zwar auf eine kleinere Fläche bündeln, die tatsächliche Bestrahlungsstärke auf der Zielebene hängt jedoch von der LED-Leistung, der Optik, dem Abstand, dem Strahlprofil und dem Paneldesign ab – nicht allein vom Linsenwinkel oder der elektrischen Leistung. Für einen korrekten Vergleich ist die gemessene Bestrahlungsstärke bei gleichem Zielabstand und gleicher Zielfläche aussagekräftig.
Das Wärmemanagement bleibt relevant, da zu hohe Bauteil- oder Gehäusetemperaturen den Benutzerkomfort, die Stabilität der Leistung und die Zuverlässigkeit des Produkts beeinträchtigen können. Diese Risiken sollten durch Temperaturmessungen und Bestrahlungsstärkemessungen während der vorgesehenen Nutzungsdauer bewertet werden – und nicht allein aus dem Vorhandensein von Lüftern abgeleitet werden.
Die Nebenwirkungen variieren je nach Gerätetyp und Bestrahlungsstärke.
Risikovergleich: Nasenlampe mit niedriger Bestrahlungsstärke vs. Ganzkörper-Bestrahlungspanel mit hoher Bestrahlungsstärke
Ein kleines Rotlichtgerät und eine Ganzkörper-Bestrahlungsanlage weisen nicht zwangsläufig dasselbe Expositionsprofil auf. Die Gesamtenergie hängt von der Bestrahlungsstärke, der Behandlungsdauer, der behandelten Fläche und dem Abstand ab. Gerätekategorien wie „niedrige“, „mittlere“ und „hohe“ Bestrahlungsstärke sind praktische Beschreibungen und keine universellen regulatorischen oder klinischen Risikoklassen.
Lokalisierte Geräte mit niedriger Bestrahlungsstärke (~10–30 mW/cm²)
Bei dieser Bestrahlungsstärke kann die Oberflächenerwärmung geringer sein als bei einem Panel mit hoher Bestrahlungsstärke. Die Sicherheit hängt jedoch weiterhin von der Expositionsdauer, dem Abstand, dem behandelten Gewebe, der Strahlgeometrie und der Produktkennzeichnung ab. Nasen- oder Schleimhautgeräte erfordern besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich der lokalen Gewebeverträglichkeit und des Risikos einer versehentlichen Augenexposition. Es ist nicht zulässig, das Augenrisiko ohne gerätespezifische Tests und Anweisungen als gering einzustufen.
Mittelstarke, zielgerichtete Geräte (~100–150 mW/cm²)
Thermische Beschwerden können häufiger auftreten, wenn die Expositionszeit verlängert oder das Gerät näher als angegeben gehalten wird. Die Augensicherheit sollte insbesondere dann überprüft werden, wenn Nahinfrarotstrahlung auf Gesicht oder Augen gerichtet ist. Ein Wert wie 124 mW/cm² beweist allein nicht, dass eine Anwendung innerhalb eines festgelegten Dosierungsbereichs liegt. Beispielsweise entsprechen 124 mW/cm² über 5 Minuten etwa 37,2 J/cm², bevor andere optische oder geometrische Faktoren berücksichtigt werden. Die Dosierung sollte sich nach dem Verwendungszweck, der Geräteanleitung und den entsprechenden Nachweisen richten – nicht nach einem einzelnen Bestrahlungswert.
Ganzkörperpaneele mit hoher Bestrahlungsstärke (>200 mW/cm²)
Diese Bestrahlungsstärke erfordert die sorgfältige Kontrolle von Abstand, Dauer, Temperatur und Augenbelastung. Ein hoher Bestrahlungswert allein stellt keine regulatorische Einstufung dar. Anwender mit Lichtempfindlichkeit, entsprechender Medikamenteneinnahme oder einer Erkrankung, die durch Licht oder Wärme beeinflusst werden kann, sollten ärztlichen Rat einholen und die Gebrauchsanweisung des Geräts beachten.
Der Zulassungsstatus muss ebenfalls präzise beschrieben werden. Beispielsweise geht aus dem Eintrag für die australische ARTG-Nummer 515205 hervor, dass Kingsmead Pty Ltd der Sponsor und reddotled der Hersteller ist und das Produkt unter die Zulassungskategorie IIa fällt. Die Zulassungsnummer 113779 von Health Canada ist gültig und spezifiziert die Geräteidentifikatoren, darunter RDPRO1000, RDPRO1500, RDPRO300 und RDPRO750. [4][5]
Regulatorische Klassifizierungen geben die in einem bestimmten Rechtsgebiet und für eine bestimmte Produktverwendung geltenden Anforderungen an. Sie beweisen allein weder die klinische Wirksamkeit noch garantieren sie das Fehlen von Nebenwirkungen oder belegen, dass ein Produkt sicherer ist als jedes Medizinprodukt der Klasse I.
Wer ist einem erhöhten Risiko ausgesetzt – und an welchen Körperstellen ist Vorsicht geboten?
Nicht jeder Mensch hat das gleiche Risikoprofil bei der Infrarottherapie. Die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen hängen vom Gesundheitszustand des Anwenders, der Medikation, dem Verwendungszweck des Geräts und dem behandelten Bereich ab.
Personen, die photosensibilisierende Medikamente einnehmen, sollten die offizielle Packungsbeilage des jeweiligen Medikaments überprüfen oder ihren behandelnden Arzt konsultieren. Medikamenteninduzierte Photosensibilisierung tritt üblicherweise im ultravioletten oder sichtbaren Licht auf; eine Empfindlichkeit gegenüber 850 nm Nahinfrarotlicht kann nicht automatisch angenommen werden. Beispiele für Medikamente, die gelegentlich Photosensibilisierung auslösen, sind bestimmte Tetracycline, Antimykotika, NSAR und Johanniskraut. Das Risiko ist jedoch medikamentenspezifisch und sollte nicht auf alle Geräte mit rotem oder nahinfrarotem Licht verallgemeinert werden. [6]
Personen mit bekannter Lichtempfindlichkeit, aktiven Hauterkrankungen oder einer unerklärlichen Lichtreaktion sollten vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Lupus und Porphyrie können mit abnormalen Lichtreaktionen einhergehen, die relevanten Wellenlängen und das klinische Risiko variieren jedoch; eine pauschale Aussage, dass jegliche Exposition gegenüber rotem oder nahinfrarotem Licht unsicher sei, ist nicht gerechtfertigt.
Bei aktivem Krebs oder einer Krebsvorgeschichte im Behandlungsbereich sollten Anwender die Gebrauchsanweisung des Medizinprodukts beachten und ihr onkologisches oder medizinisches Team konsultieren. Eine direkte Exposition über einem bekannten Tumor sollte nicht allein aufgrund von Vorsichtsmaßnahmen als generelle Kontraindikation dargestellt werden; die Evidenz zur onkologischen Sicherheit ist weiterhin indikations- und kontextabhängig. [7]
Auch in der Schwangerschaft spielen Produktkennzeichnung und ärztliche Beratung eine wichtige Rolle. Viele Geräte und Kliniken raten aufgrund begrenzter Sicherheitsdaten von der Anwendung ab. Dies ist jedoch eine Vorsichtsmaßnahme und kein Beweis für dokumentierte Schädigungen des Fötus. Der Artikel sollte nicht behaupten, dass alle Rotlicht- oder Infrarotgeräte während der Schwangerschaft generell verboten sind.
Bei Herzschrittmachern, Insulinpumpen oder anderen implantierten elektronischen Geräten sollten Anwender die Empfehlungen des Implantatherstellers und die Gebrauchsanweisung des Lichtgeräts befolgen. Die allgemeine Aussage, dass Hochleistungs-Lichtpaneele nicht über Brust oder oberem Rücken verwendet werden dürfen, bedarf gerätespezifischer Belege und sollte nicht als universelle Regel dargestellt werden.
Den Augen gebührt besondere Aufmerksamkeit. Das Fehlen sichtbarer Beschwerden gewährleistet keine Sicherheit für die Netzhaut, insbesondere bei unsichtbarer Nahinfrarotstrahlung. Die Norm IEC 62471 ist jedoch eine Bewertungsnorm für Lampen und Lampensysteme und keine universelle Zertifizierung für Schutzbrillen. Augenschutz sollte getragen werden, wenn dies in der Gerätekennzeichnung, der Risikobewertung, dem vorgesehenen Behandlungsbereich oder den Fachanweisungen gefordert wird. Benutzer sollten nicht direkt in hochintensive LEDs blicken.
Bei direktem Kontakt mit der Schilddrüse, offenen Wunden, aktiven Infektionen oder Läsionen ist gemäß Produktkennzeichnung und fachlicher Beratung vorzugehen. Es handelt sich hierbei um Vorsichtsmaßnahmen; sie sollten nicht ohne Angabe gerätespezifischer oder klinischer Gründe als generelle Sperrzonen definiert werden.
Wer sich nach einer Anwendung schlechter fühlt, sollte diese abbrechen, die Symptome abklingen lassen und die Geräteanleitung, den Abstand, die Anwendungsdauer, die Wärmemenge, die Flüssigkeitszufuhr und andere mögliche Ursachen überprüfen. „Entgiftung“ ist keine anerkannte Erklärung für diese Symptome. Anhaltende, schwere oder wiederkehrende Symptome erfordern eine ärztliche Untersuchung. Es gibt nur wenige Belege dafür, dass abendliche Rotlicht- oder Nahinfrarot-Anwendungen den Schlaf generell stören; die Ergebnisse können von Wellenlänge, Helligkeit, Zeitpunkt und individueller Reaktion abhängen.
Die Kenntnis der relevanten Risikofaktoren ist der klinische Aspekt der sicheren Anwendung. Der technische Aspekt umfasst die Frage, ob das Gerät über eine zuverlässige Ausgangsleistung, eine Temperaturregelung, elektrische Sicherheitsprüfungen und eine verständliche Bedienungsanleitung verfügt.
Was unterscheidet ein zertifiziertes Gerät von einem nicht zertifizierten – und warum ist das für die Sicherheit wichtig?
Die ISO 13485:2016-, MDSAP- und ETL-Dokumente eines Geräteherstellers können nützliche Hinweise auf seine Qualitätsmanagement- und Elektrosicherheitsprozesse liefern, ihre Bedeutung hängt jedoch von der genannten juristischen Person, dem Geltungsbereich des Zertifikats, den abgedeckten Modellen, der ausstellenden Organisation und dem Gültigkeitszeitraum ab.
Die praktische Frage ist, ob dokumentierte Kontrollen die gerätebedingte Unsicherheit verringern können. Sie können hilfreich sein, aber kein Zertifikat garantiert Fehlerfreiheit einer Sitzung oder beweist die klinische Wirksamkeit.
IEC 62471:2006 legt Expositionsgrenzwerte, Messmethoden und ein Risikogruppenklassifizierungssystem für photobiologische Gefahren durch Lampen und LED-Lichtquellen im Wellenlängenbereich von 200–3000 nm fest. Ein Prüfbericht sollte die getestete Konfiguration, die Messgeometrie, den Wellenlängenbereich und das Ergebnis angeben. Prüfungen nach IEC 62471 ersetzen keine produktspezifischen Betriebsanweisungen und belegen nicht, dass jeder Anwendungsfall sicher ist. [3]
ISO 13485:2016 ist ein Qualitätsmanagementsystemstandard für Organisationen, die Medizinprodukte herstellen. Er zertifiziert nicht jedes Endprodukt, überprüft nicht jede Angabe zu Wellenlänge oder Bestrahlungsstärke und weist auch nicht die klinische Wirksamkeit nach. Sein Wert hängt vom Geltungsbereich des Zertifikats, dem Standort, den Aktivitäten, dem Auditstatus und der Umsetzung der Kontrollmaßnahmen für Design, Produktion, Reklamationen und Korrekturmaßnahmen durch den Hersteller ab.
MDSAP verwendet ein einheitliches Prüfverfahren zur Bewertung der geltenden Qualitätsmanagement- und regulatorischen Anforderungen der teilnehmenden Länder. Es stellt keine automatische Marktzulassung in jedem Land dar und bestätigt nicht jede Produktangabe. Die ETL-Listung kann unabhängige Nachweise zur elektrischen Sicherheit der gelisteten Produktkonfiguration liefern, belegt jedoch weder die photobiologische Sicherheit noch die therapeutische Wirksamkeit, sofern diese Aspekte nicht separat geprüft werden.
Die Registrierung des Betriebs und die Listung des Medizinprodukts bei der FDA sollten ebenfalls genau beschrieben werden. Die FDA weist darauf hin, dass eine Registrierung oder Listung keine Zulassung, Freigabe oder Autorisierung des Betriebs oder seiner Produkte durch die FDA bedeutet. Der produktspezifische Marktzulassungs- oder Ausnahmestatus muss separat geprüft werden. [8]
Dokumentierte Zertifizierungen, nachvollziehbare Bestrahlungsdaten, thermische Prüfungen und kontrollierte technische Änderungen können Unsicherheiten reduzieren. Sie garantieren jedoch nicht, dass jeder Anwender Nebenwirkungen vermeidet. Ein Anwender, der zu nah sitzt, die angegebene Anwendungsdauer überschreitet, die Augenschutzhinweise missachtet oder ein Gerät trotz einer entsprechenden Kontraindikation verwendet, kann weiterhin Beschwerden oder Verletzungen erleiden.
Wichtigste Erkenntnisse
Nebenwirkungen der Infrarottherapie können vorübergehende Rötungen, Wärmegefühl, Reizungen, Augenbeschwerden und andere individuelle Reaktionen umfassen. Das Risiko hängt vom Gerät und vom Anwender ab – nicht allein von der Wellenlänge. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gehören die Einhaltung der Herstellerangaben zu Abstand und Dauer, die Verwendung gemessener Bestrahlungsdaten in der angegebenen Zielebene, die Kontrolle der Wärmeentwicklung, Vermeidung direkter Augenbestrahlung und die Einholung ärztlichen Rats bei Medikamenteneinnahme, Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Krebserkrankung in der Vorgeschichte, implantierten Geräten oder anhaltenden Symptomen.
FAQ
Warum fühle ich mich nach der Rotlichttherapie schlechter?
Vorübergehende Kopfschmerzen, Müdigkeit, Wärmegefühl oder allgemeines Unwohlsein können viele Ursachen haben, darunter übermäßige Lichteinwirkung, Hitze, helles sichtbares Licht, Dehydrierung, eine Grunderkrankung oder ein ungünstiger Zeitpunkt. „Entgiftung“ oder eine garantierte Zellregeneration sind keine gesicherten Erklärungen. Beenden Sie die Anwendung, lesen Sie die Bedienungsanleitung des Geräts und verwenden Sie eine kürzere oder weniger intensive Anwendung nur, wenn dies in der Produktanleitung angegeben ist. Bei starken, anhaltenden oder wiederkehrenden Symptomen suchen Sie bitte ärztlichen Rat.
Wer kann keine Rotlichttherapie anwenden?
Es gibt keine allgemeingültige Liste für alle Rotlicht- oder Infrarottherapiegeräte. Personen mit Lichtempfindlichkeitsstörungen, Exposition gegenüber relevanten Medikamenten, aktiven Infektionen oder Läsionen im Behandlungsbereich, Schwangerschaft, Krebs im oder in der Nähe des Behandlungsbereichs, implantierten elektronischen Geräten oder lichtinduzierter Epilepsie sollten vor der Anwendung die Produktkennzeichnung prüfen und einen qualifizierten Arzt konsultieren. Die FDA-Materialien für bestimmte Photobiomodulationsverfahren führen einige dieser Vorsichtsmaßnahmen auf, die Informationen sind jedoch geräte- und anwendungsspezifisch und stellen keine allgemeingültige Regel für jedes Produkt dar. [9]
Gibt es negative Auswirkungen der Rotlichttherapie?
Ja. Mögliche Auswirkungen sind vorübergehende Rötung, Wärmegefühl, Reizung, Augenbeschwerden, Kopfschmerzen oder andere individuelle Reaktionen. Schwere Verletzungen sind bei sachgemäßer Anwendung eines geeigneten Geräts selten. Das Risiko kann jedoch bei übermäßiger Exposition, hohen Temperaturen, direktem Augenkontakt, falschem Abstand oder entsprechenden Vorerkrankungen steigen. IEC 62471 kann die photobiologische Gefahrenbewertung unterstützen, ersetzt aber nicht die Gebrauchsanweisung des Produkts und beweist nicht, dass ein Gerät für jeden Anwender geeignet ist.
Wo sollte man Rotlichttherapie nicht anwenden?
Richten Sie keine hochintensive rote oder nahinfrarote Lichtquelle direkt in die Augen, es sei denn, das Gerät ist speziell für die Anwendung am Auge entwickelt und gekennzeichnet. Vermeiden Sie die in der Gebrauchsanweisung aufgeführten Bereiche, insbesondere Bereiche mit aktiven Infektionen, offenen Wunden, unbehandelten Läsionen oder bekannter Lichtempfindlichkeit. Während der Schwangerschaft sollten Sie den Bereich über dem Bauch oder dem unteren Rücken gemäß der Produktkennzeichnung und ärztlicher Anweisung behandeln. Bei Krebs, Schilddrüsenerkrankungen oder implantierten elektronischen Geräten konsultieren Sie bitte Ihren Arzt und befolgen Sie sowohl die Anweisungen des Lichtgeräts als auch die des Implantats. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind geräte- und anwenderabhängig und gelten nicht für alle Produkte gleichermaßen.
Referenzen
- [1] Hamblin, MR "Mechanismen und mitochondriale Redox-Signalisierung bei der Photobiomodulation." Photochemistry and Photobiology , 2018, 94(2), 199–212. https://doi.org/10.1111/php.12864
- [2] Avci, P. et al. „Low-Level-Lasertherapie (LLLT) in der Haut: Stimulation, Heilung, Wiederherstellung.“ Seminars in Cutaneous Medicine and Surgery , 2013. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4126803/
- [3] Internationale Elektrotechnische Kommission. „IEC 62471:2006 – Photobiologische Sicherheit von Lampen und Lampensystemen.“ https://webstore.iec.ch/en/publication/7076
- [4] Australische Arzneimittelbehörde. „Kingsmead Pty Ltd – Rot-/Infrarotlicht-Phototherapiegerät, ARTG 515205.“ https://www.tga.gov.au/resources/artg/515205
- [5] Health Canada. „Liste der aktiven Lizenzen nach Unternehmen – Lizenznummer 113779.“ https://health-products.canada.ca/mdall-limh/information?companyId=191570&lang=eng
- [6] DermNet NZ. „Arzneimittelinduzierte Photosensibilisierung.“ https://dermnetnz.org/topics/drug-induced-photosensitivity
- [7] Glass, GE et al. „Eine systematische Übersicht über die onkologische Sicherheit der Low-Level-Lichttherapie.“ Lasers in Medical Science , 2023. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36722207/
- [8] US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA). „Gibt es ‚FDA-registrierte‘ oder ‚FDA-zertifizierte‘ Medizinprodukte?“ https://www.fda.gov/medical-devices/consumers-medical-devices/are-there-fda-registered-or-fda-certified-medical-devices-how-do-i-know-what-fda-approved
- [9] US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA). „Nichtinvasive Technologien zur Körperkonturierung – Photobiomodulation.“ https://www.fda.gov/medical-devices/aesthetic-cosmetic-devices/non-invasive-body-contouring-technologies







