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Nahes vs. fernes Infrarot: Warum NIR und FIR unterschiedlich funktionieren

Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2026 | Lesezeit: 16 Minuten

Man spricht oft von Nahinfrarot und Ferninfrarot, als wären sie austauschbar, aber das stimmt nicht. Obwohl beide zum Infrarotbereich des elektromagnetischen Spektrums gehören, interagieren sie auf sehr unterschiedliche Weise mit dem menschlichen Körper.

Nahes Infrarot (ca. 700–1400 nm) kann die Haut und tiefer liegendes Weichgewebe durchdringen und dort über Photobiomodulation mit zellulären Chromophoren interagieren. Fernes Infrarot (3–1000 µm) verhält sich anders. Es wird hauptsächlich an oder nahe der Hautoberfläche absorbiert und in Wärme umgewandelt, vor allem weil Wasser fernes Infrarot stark absorbiert.

Das Verständnis dieses Unterschieds erleichtert die Beurteilung von Lichttherapiegeräten, Infrarotsaunen und Wellenlängenangaben erheblich, ohne sich von allgemeinen Marketingfloskeln irreführen zu lassen.

Was ist Infrarotlicht und wie fügt es sich in das elektromagnetische Spektrum ein?

Nahes vs. fernes Infrarot: Warum NIR und FIR unterschiedlich funktionieren 1

Beschriftetes Diagramm des elektromagnetischen Spektrums im nahen und fernen Infrarotbereich

Infrarotstrahlung erstreckt sich im elektromagnetischen Spektrum von etwa 700 nm bis 1 mm. Sie liegt unmittelbar jenseits des sichtbaren roten Lichts und endet deutlich vor der Mikrowellenstrahlung. Das menschliche Auge nimmt im Allgemeinen Wellenlängen zwischen etwa 380 nm und 700 nm wahr, daher ist Infrarotstrahlung für uns unsichtbar, obwohl sie je nach Wellenlängenbereich als Lichtenergie, Wärmestrahlung oder Strahlungsleistung gemessen werden kann.

Infrarot ist keine einheitliche Kategorie. Forscher und Ingenieure unterteilen es in Teilbereiche, da sich unterschiedliche Wellenlängen im Gewebe unterschiedlich verhalten. Nahes Infrarot (NIR) umfasst üblicherweise den Bereich von etwa 700–1400 nm. Mittleres Infrarot (MIR) deckt ungefähr 1400–3000 nm ab. Fernes Infrarot (FIR) erstreckt sich von etwa 3 µm bis 1000 µm. In Diskussionen über Verbrauchergesundheit und in der Klinik werden am häufigsten NIR und FIR verglichen.

Der physikalische Unterschied beginnt mit der Photonenenergie. Gemäß der Beziehung E = hc/λ ist die Photonenenergie umgekehrt proportional zur Wellenlänge. Ein Photon mit kürzerer Wellenlänge trägt mehr Energie als ein Photon mit längerer Wellenlänge. Beispielsweise besitzt ein 850 nm NIR-Photon deutlich mehr Energie als ein 10 µm FIR-Photon. Dieser Energieunterschied ist einer der Gründe, warum Nahinfrarot und Ferninfrarot unterschiedliche biologische Wirkungen hervorrufen.

Das Verständnis dieser Wellenlängenbereiche ist die Grundlage für die Beurteilung, warum sich NIR und FIR im Gewebe so unterschiedlich verhalten.

Die Physik des nahen Infrarots: Photonenenergie, Gewebetransparenzfenster und das 700–1400-nm-Band

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NIR-Photonen-Eindringtiefe, Querschnitt der Hautschichten, 700–1400 nm, Gewebeabsorption

NIR-Photonen im Bereich von etwa 700 nm bis 1100 nm durchdringen Gewebe effektiver als viele andere Bereiche des optischen Spektrums. Dies liegt vor allem daran, dass wichtige Gewebechromophore wie Oxyhämoglobin, Desoxyhämoglobin, Melanin und Wasser in diesem Bereich eine relativ geringe Absorption aufweisen. Dieser Bereich wird oft als „optisches Fenster“ oder „therapeutisches Fenster“ bezeichnet.

Die Eindringtiefe wird sowohl durch Absorption als auch durch Streuung beeinflusst. NIR-Photonen bewegen sich nicht geradlinig durch Gewebe. Sie werden wiederholt gestreut und bilden so diffuse Pfade durch Haut, Fettgewebe, Muskeln und Bindegewebe. Abhängig von Wellenlänge, Leistungsdichte, Gewebetyp und Behandlungsabstand kann NIR-Licht tiefere Gewebeschichten erreichen als sichtbares rotes Licht.

Die Wasserabsorption setzt diesem Wellenlängenbereich eine obere Grenze. Mit Annäherung an 1400 nm steigt die Wasserabsorption stark an, wodurch die Lichtmenge, die in das Gewebe eindringen kann, deutlich reduziert wird. Aus diesem Grund verwenden viele Photobiomodulationsgeräte Wellenlängen wie 810 nm, 830 nm, 850 nm oder 940 nm.

Bei geeigneten Bestrahlungsstärken wirkt NIR primär über photochemische und photophysikalische Mechanismen und nicht durch einfache Erwärmung. Dies ist einer der Hauptunterschiede zwischen NIR und FIR: NIR wird häufig als Instrument der Photobiomodulation diskutiert, während FIR primär mit thermischen Effekten in Verbindung gebracht wird.

Wie Bestrahlungsstärke und Behandlungsabstand die Gewebereaktion beeinflussen

Die Bestrahlungsstärke beschreibt, wie viel optische Leistung eine bestimmte Fläche erreicht, und wird üblicherweise in mW/cm² gemessen. Sie ist eine der wichtigsten Spezifikationen für die Lichttherapie, aber nur dann aussagekräftig, wenn der Messabstand klar angegeben ist.

Ein Gerät, dessen Bestrahlungsstärke direkt an der LED-Oberfläche gemessen wird, kann eine deutlich höhere Bestrahlungsstärke aufweisen als dasselbe Gerät, das einige Zentimeter entfernt gemessen wird. Abstrahlwinkel, Linsenkonstruktion, LED-Abstand und Entfernung beeinflussen die Dosis, die tatsächlich die Haut erreicht. Daher ist die Bestrahlungsstärke im tatsächlichen Behandlungsabstand aussagekräftiger als die Spitzenleistung an der Lichtquelle.

Beispielsweise sollten ein Therapiepanel mit einem Durchmesser von 6 Zoll und eine flexible LED-Maske mit Hautkontakt nicht direkt verglichen werden, es sei denn, die Messbedingungen werden klar erläutert. Derselbe Wert kann unter verschiedenen Testbedingungen ganz unterschiedliche Bedeutungen haben.

Der Linsenwinkel beeinflusst ebenfalls die Behandlungsleistung. Ein enger Abstrahlwinkel konzentriert das Licht auf eine kleinere Fläche, während ein weiter Abstrahlwinkel das Licht über eine größere Fläche verteilt. Keine der beiden Optionen ist per se besser. Die richtige Wahl hängt davon ab, ob eine gezielte Behandlung oder eine großflächigere Abdeckung angestrebt wird.

Warum 850 nm eine gängige NIR-Therapiewellenlänge ist

Laut Hamblin (2017) kann rotes und nahinfrarotes Licht, das bei der Photobiomodulation eingesetzt wird, mit mitochondrialen Chromophoren wie der Cytochrom-c-Oxidase interagieren und dadurch Zellsignalwege beeinflussen, die mit ATP, reaktiven Sauerstoffspezies, Stickstoffmonoxid und Entzündungen in Zusammenhang stehen.

850 nm wird häufig verwendet, da diese Wellenlänge im Nahinfrarotbereich liegt und tieferes Gewebe erreicht als sichtbares rotes Licht im Bereich von 630–660 nm. Daher eignet sie sich besonders für Anwendungen an Muskeln, Gelenken und tieferliegendem Weichgewebe. Die Wirksamkeit hängt jedoch nicht allein von der Wellenlänge ab. Bestrahlungsstärke, Behandlungsdauer, Gesamtdosis, Abstand, Konsistenz und Sicherheit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Viele Geräte kombinieren sichtbares rotes Licht und Nahinfrarotlicht (NIR). Der Grundgedanke ist, dass rotes Licht oberflächlichere Gewebeschichten erreicht, während NIR tieferliegendes Gewebe durchdringt. Eine kombinierte Rot- und NIR-Anlage kann daher einen größeren Bereich an Gewebetiefen abdecken als eine der beiden Wellenlängen allein.

Die Physik des fernen Infrarots: Wärmestrahlung, Wasserabsorption und das 3–1000 µm-Band

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Ferninfrarotsauna, Wärmebildgebung, Wärmeverteilung, Erwärmung der Hautoberfläche

Ferninfrarotstrahlung umfasst Wellenlängen von etwa 3 µm bis 1000 µm. Bei diesen Wellenlängen ist die Energie der einzelnen Photonen zu gering, um die für photochemische Reaktionen typischen elektronischen Übergänge auszulösen. Stattdessen wird die Ferninfrarotenergie von Molekülen absorbiert und in Schwingung und Wärme umgewandelt.

Wasser spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle. Da der menschliche Körper einen hohen Wasseranteil aufweist und Wasser Ferninfrarotstrahlung stark absorbiert, wird Ferninfrarotenergie hauptsächlich in der Nähe der Hautoberfläche absorbiert. Das bedeutet, dass Ferninfrarotstrahlung nicht wie Nahinfrarotstrahlung als Photonen in tiefer liegendes Muskel- oder Gelenkgewebe eindringt.

Laut Vatansever und Hamblin (2012) sind die biologischen Effekte von FIR im Allgemeinen mit thermischen Prozessen verbunden, darunter Oberflächenerwärmung, Veränderungen der Durchblutung, Schwitzen und mögliche Hitzeschockproteinreaktionen. Diese Effekte unterscheiden sich von den athermischen Photobiomodulationsmechanismen, die üblicherweise für rotes und nahinfrarotes Licht diskutiert werden.

Einige FIR-Studien diskutieren auch mögliche Auswirkungen auf die Wasserstruktur, das Verhalten der Zellmembran, die Freisetzung von Stickstoffmonoxid und die Expression von Hitzeschockproteinen. Diese Mechanismen sind jedoch noch Gegenstand der Forschung und sollten nicht als gesicherte klinische Erkenntnisse betrachtet werden.

Design von Ferninfrarotgeräten: Wärmestrahler versus LEDs

Ferninfrarotlicht (FIR) wird üblicherweise nicht von Standard-LEDs erzeugt. Geräte für sichtbares Rotlicht und Nahinfrarotlicht (NIR) verwenden häufig LEDs, während FIR-Systeme typischerweise Keramikstrahler, Kohlefaserheizelemente oder andere Wärmestrahler nutzen. Diese Strahler erhitzen sich und geben Infrarotenergie nach den Prinzipien der Wärmestrahlung ab.

Dies führt zu sehr unterschiedlichen Produktdesigns. FIR-Geräte müssen Wärme, Oberflächentemperatur, Luftstrom, Luftfeuchtigkeit und Belichtungszeit regulieren. NIR-LED-Panels hingegen werden üblicherweise hinsichtlich optischer Leistung, Wellenlängengenauigkeit, Abstrahlwinkel, Bestrahlungsstärke und photobiologischer Sicherheit entwickelt.

In der Praxis lassen sich FIR-Systeme besser als wärmebasierte Geräte verstehen, während NIR-Systeme besser als lichtbasierte Photobiomodulationsgeräte verstanden werden.

Nahinfrarot vs. Ferninfrarot: Vergleich biologischer Reaktionswege

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Mechanistisches Diagramm der Wechselwirkung von NIR mitochondrialem CCO mit FIR thermischer Hautabsorption

Der entscheidende Unterschied zwischen NIR und FIR liegt nicht allein in der Wellenlänge, sondern im Mechanismus der Wechselwirkung mit dem Gewebe.

NIR wirkt hauptsächlich über einen Photobiomodulationsmechanismus. In geeigneten Dosen können rote und nahinfrarote Photonen mit zellulären Chromophoren, insbesondere in den Mitochondrien, interagieren. Dies kann die ATP-Produktion, die Signalübertragung reaktiver Sauerstoffspezies, die Freisetzung von Stickstoffmonoxid und Entzündungsprozesse beeinflussen.

Ferninfrarotstrahlung (FIR) wirkt hauptsächlich über einen thermischen Mechanismus. Sie wird nahe der Hautoberfläche absorbiert und in Wärme umgewandelt. Dies kann die lokale Temperatur erhöhen, die Gefäßerweiterung fördern, das Schwitzen anregen und wärmebedingte physiologische Reaktionen auslösen.

Die Gewebetiefe ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Nahinfrarot (NIR) ist relevanter, wenn tiefer liegendes Weichgewebe, Muskeln, Gelenke oder Nerven behandelt werden sollen. Ferninfrarot (FIR) ist relevanter, wenn eine Oberflächenerwärmung, eine Ganzkörper-Wärmeexposition, Schwitzen oder eine saunaähnliche thermische Reaktion angestrebt wird.

Tieferes Licht ist nicht immer besser. Ferninfrarotlicht (FIR) kann nützlich sein, wenn es um Wärmeeinwirkung geht. Nahinfrarotlicht (NIR) kann nützlich sein, wenn es um lichtinduzierte Photobiomodulation geht. Die richtige Wahl hängt vom angestrebten biologischen Ziel und Wirkmechanismus ab.

Was die Forschung sagt: Wichtigste Erkenntnisse aus der Literatur zu Photobiomodulation und FIR

Hamblin (2017) beschreibt Photobiomodulation als einen Prozess, der rotes und nahinfrarotes Licht, mitochondriale Signalgebung, ATP-Modulation, reaktive Sauerstoffspezies, Stickstoffmonoxid und entzündungshemmende Effekte umfasst. Dies erklärt, warum Nahinfrarotstrahlung oft getrennt von wärmebasierter Infrarotstrahlung diskutiert wird.

Vatansever und Hamblin (2012) untersuchten die biologischen Wirkungen und medizinischen Anwendungen von Ferninfrarotstrahlung (FIR), darunter thermische Reaktionen, Auswirkungen auf den Kreislauf, die Aktivität von Hitzeschockproteinen und mögliche zelluläre Effekte. FIR-Studien sind jedoch mitunter schwer zu interpretieren, da sich thermische und nicht-thermische Variablen oft nur schwer trennen lassen.

Die Forschung zur NIR-Photobiomodulation ist hinsichtlich zellulärer Lichtreaktionsmechanismen weiter fortgeschritten, während die FIR-Forschung enger mit der Thermophysiologie verknüpft ist. Das bedeutet nicht, dass eine Methode generell besser ist. Vielmehr sollten sie je nach Anwendungsfall angepasst werden.

Wie sich die Wellenlängenphysik in die Geräteauswahlkriterien umsetzt

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Vergleich von Geräten für den Nahinfrarot- und Ferninfrarotbereich: Spezifikationen für NIR-Panels und FIR-Emitter

Das Verständnis der Wellenlängenphysik hilft Nutzern, Geräte realistischer zu bewerten. Die folgenden Kriterien sind dabei besonders wichtig.

Zielgewebetiefe. Bei der beabsichtigten Anwendung zur Oberflächenerwärmung, zum Schwitzen oder zur Ganzkörperwärmeexposition kann FIR geeignet sein. Bei tiefer liegendem Weichgewebe, Muskeln, Gelenken oder zellulärer Photobiomodulation ist NIR in der Regel der relevantere Wellenlängenbereich.

Bestrahlungsstärke im Behandlungsabstand. Prüfen Sie stets, ob die Bestrahlungsstärke bei Hautkontakt, in 15 cm, 30 cm oder einem anderen Abstand gemessen wurde. Ein hoher Wert ohne Angabe des Messabstands ist wenig aussagekräftig.

Thermische vs. athermische Wirkungsweise. FIR ist primär thermisch. NIR wird im Allgemeinen zur Photobiomodulation eingesetzt, ohne auf eine Erwärmung des Gewebes zurückzugreifen. Die Verwechslung dieser beiden Mechanismen kann zu unrealistischen Erwartungen führen.

Dosis und Behandlungsdauer. Die Gesamtdosis wird üblicherweise in J/cm² angegeben und hängt von der Bestrahlungsstärke und der Expositionszeit ab. Mehr Leistung ist nicht immer besser. Zu wenig Licht kann unwirksam sein, während eine zu hohe Exposition die Ergebnisse nicht verbessert und sogar Beschwerden oder Risiken erhöhen kann.

Abstrahlwinkel und Ausleuchtung. Engere Abstrahlwinkel bündeln das Licht, während breitere Abstrahlwinkel eine größere Fläche ausleuchten. Bei LED-Masken beeinflussen außerdem der LED-Abstand und die Gestaltung des Hautkontakts, wie gleichmäßig das Licht das Gesicht erreicht.

Sicherheitsdokumentation. Bei NIR- und Rotlichtgeräten sollte die Sicherheitsbewertung die Wellenlängengenauigkeit, Bestrahlungsstärkeprüfung, elektrische Sicherheit und photobiologische Sicherheit umfassen. Bei FIR-Geräten sind Oberflächentemperatur, thermische Sicherheit, Gehäusekonstruktion und Expositionsbedingungen besonders wichtig.

Sicherheitsrahmen für Infrarotgeräte verstehen

Infrarotgeräte sollten hinsichtlich ihres Wellenlängenbereichs, ihrer Ausgangsintensität, ihres Verwendungszwecks und der Expositionsbedingungen bewertet werden. Rote und NIR-LED-Geräte werden üblicherweise auf ihre optische Strahlungssicherheit geprüft, während FIR-Geräte eine sorgfältige thermische Sicherheitsbewertung erfordern.

IEC 62471:2006 ist eine wichtige photobiologische Sicherheitsnorm für Lampen und Lampensysteme. Sie klassifiziert Geräte anhand der gemessenen Strahlungsbelastung und des potenziellen biologischen Risikos. Käufer sollten auf tatsächliche Prüfberichte achten und sich nicht allein auf Logos oder unbegründete Behauptungen verlassen.

Die Fertigungsqualität ist ebenfalls wichtig. Zuverlässige Wellenlängenausgabe, stabile Bestrahlungsstärke und gleichbleibende Leistung über verschiedene Produktionschargen hinweg erfordern sorgfältige Prüfungen und Qualitätskontrollen. Ein Datenblatt ist umso verlässlicher, je mehr Informationen es über Messabstand, Prüfverfahren, Sensortyp, Wellenlängentoleranz und Berichtsdetails enthält.

Häufige Missverständnisse über Nahinfrarot- und Ferninfrarotwellenlängen

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Diagramm: Mythen und Fakten zu Nah- und Ferninfrarot-Wellenlängen

Viele Missverständnisse über die Infrarottherapie entstehen dadurch, dass „Infrarot“ als eine einzige Sache betrachtet wird. Tatsächlich verhalten sich Nahinfrarot und Ferninfrarot sehr unterschiedlich.

Irrtum 1: „Ferninfrarot dringt tiefer ein, weil es mehr Energie besitzt.“

Das ist falsch. Ferninfrarot hat eine längere Wellenlänge und eine geringere Photonenenergie als Nahinfrarot. Es wird stark von Wasser nahe der Hautoberfläche absorbiert und erzeugt hauptsächlich Wärme. Nahinfrarot dringt tiefer ein, da die Gewebeabsorption im optischen Fenster von 700–1100 nm relativ geringer ist.

Irrtum 2: „NIR ist einfach nur unsichtbares rotes Licht mit den gleichen Effekten.“

Rotes Licht und Nahinfrarot (NIR) sind verwandt, aber nicht identisch. Rotes Licht im Bereich von 630–660 nm wirkt eher oberflächlich, während NIR im Bereich von 810–850 nm tiefere Gewebeschichten erreichen kann. Daher kombinieren viele Geräte beide Wellenlängenbereiche.

Irrtum Nr. 3: „Eine höhere Bestrahlungsstärke bedeutet immer ein besseres Gerät.“

Die Bestrahlungsstärke muss im Zusammenhang mit dem Messabstand interpretiert werden. Ein Gerät, das an der LED-Oberfläche eine hohe Leistung angibt, kann im tatsächlichen Behandlungsabstand eine deutlich geringere Leistung erbringen. Die Messmethode ist ebenso wichtig wie der Messwert selbst.

Irrtum Nr. 4: „NIR und FIR können synonym verwendet werden.“

Das ist nicht möglich. Nahinfrarot (NIR) wird hauptsächlich mit Photobiomodulation in Verbindung gebracht, Ferninfrarot (FIR) hingegen hauptsächlich mit thermischer Bestrahlung. Die Wahl zwischen den beiden Verfahren erfordert die Kenntnis des Zielgewebes und des gewünschten biologischen Mechanismus.

Wichtigste Erkenntnisse

Nahes Infrarot (NIR) und fernes Infrarot (FIR) unterscheiden sich nicht nur in ihrer Wellenlänge, sondern auch in ihrer Wechselwirkung mit dem Körper. NIR, insbesondere im Bereich von 700–1100 nm, dringt tiefer in das Gewebe ein und wird häufig zur Photobiomodulation eingesetzt. FIR, insbesondere im Bereich von 3–1000 µm, wird hauptsächlich nahe der Hautoberfläche absorbiert und in Wärme umgewandelt.

Wenn das Ziel die zelluläre Photobiomodulation ist, werden in Forschung und Geräteentwicklung häufig rote und nahinfrarote Wellenlängen wie 660 nm und 850 nm diskutiert. Soll hingegen eine thermische Belastung, Schwitzen oder saunaähnliche Erwärmung angestrebt werden, ist Ferninfrarot relevanter. Keine der beiden Wellenlängen ist generell überlegen; die jeweils passende sollte dem beabsichtigten Anwendungszweck angepasst werden.

Häufig gestellte Fragen

Ist 850 nm NIR gut?

850 nm ist eine der häufig verwendeten Wellenlängen im nahen Infrarotbereich für Photobiomodulationsgeräte. Sie liegt im optischen Fenster, in dem die Gewebeabsorption relativ gering ist, wodurch sie tiefer in das Gewebe eindringen kann als sichtbares rotes Licht. Oft wird sie mit rotem Licht von 660 nm kombiniert, da die beiden Wellenlängen unterschiedliche Gewebetiefen ansprechen.

Die Wellenlänge allein reicht jedoch nicht aus, um die Wirksamkeit zu bestimmen. Bestrahlungsstärke, Behandlungsabstand, Behandlungsdauer, Gesamtdosis, Strahlwinkel, Hauttyp, Behandlungskonsistenz und Sicherheit spielen ebenfalls eine Rolle.

Welches Licht dringt tiefer ein: rotes Licht, Nahinfrarotlicht oder Ferninfrarotlicht?

Nahes Infrarot dringt im Allgemeinen tiefer ein als sichtbares rotes Licht und fernes Infrarot. Rotes Licht wirkt meist oberflächlicher. Nahes Infrarot kann tieferliegendes Weichgewebe erreichen, da es in einem Wellenlängenbereich liegt, in dem die Gewebeabsorption relativ gering ist. Fernes Infrarot wird hauptsächlich nahe der Oberfläche absorbiert und in Wärme umgewandelt.

Ist Ferninfrarot dasselbe wie Nahinfrarot?

Nein. Nahes Infrarot und fernes Infrarot sind unterschiedliche Wellenlängenbereiche mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Nahes Infrarot wird hauptsächlich für die lichtbasierte Photobiomodulation eingesetzt, fernes Infrarot hingegen hauptsächlich für wärmebasierte Effekte.

Ist Ferninfrarot besser als Nahinfrarot?

Es kommt auf das Ziel an. Ferninfrarot eignet sich möglicherweise besser zur Ganzkörpererwärmung, für saunaähnliche Anwendungen und zur Erzeugung von thermischem Komfort. Nahinfrarot ist möglicherweise besser geeignet für Photobiomodulationsanwendungen, die tiefer liegende Gewebeschichten erreichen. Die bessere Wahl hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab.

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